Feuerwehr Pittersberg      
Gott zur Ehr' dem Nächsten zur Wehr              


Chronik


Der Lehrer Karl Schreiner hat sich der mühevollen Aufgabe gestellt, in Pittersberg eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen.

So galt es, die auch damals schon genau vorgeschriebene Ausrüstung zu beschaffen, dem königlichen Bezirksamt in Amberg Nachweise zu erbringen und bei der Gemeinde Pittersberg um einen Zuschuss zu bitten. Der Zuschuss wurde aber nicht gewährt, wie ein Dokument - ausgefertigt am 25. Juli 1989 - beweist.

Am 24. Juni des Jahres 1889 gründeten 25 Männer aus den Ortschaften Au, Freihöls, Kreith, Pittersberg und aus der Einöde Frauenlohe die FFW Pittersberg. Nr. 1 in der Stammliste war der königliche Pfarrer von Pittersberg, Georg Huber. In den nächsten Jahrzehnten wuchs die Mitgliederzahl. Im August 1926 hatte die FFW Pittersberg 43 Mitglieder. In der Folgezeit, bis zum Jahr 1937, traten weitere 19 Männer der Feuerwehr bei.

Der 2. Weltkrieg riss eine Lücke in die Vereinsgeschichte. Nach dem Krieg erfuhr die Feuerwehr einen neuen Aufschwung. 1951 zählte der Verein 40 Mitglieder. Im Jubiläumsjahr 1979 betrug der Mitgliederstand 85 Männer und im Jahr ihres 100jährigen Bestehens ist die Mitgliederzahl auf 110 angewachsen.


Nach den Festlichkeiten und den aufwendigen Vorbereitungen zum 100 -jährigen Gründungsjubiläum konzentrierte sich die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr Pittersberg wieder auf die Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrkameraden. So wurden ab diesem Zeitpunkt für die BÜrger mehrfach sehr gut besuchte Erste- Hilfe- Kurse durchgeftührt und in Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit zeigte die FF ihr soziales Engagement.

Ein Generationswechsel vollzog sich im Jahre 1994 bei der Wehr. Im März wurde Josef Boßle von Hubert Huger als 1. Kommandant abgelöst, im Dezember wurde bei Neuwahlen die Vorstandschaft mit nunmehr Josef Boßle als 1. Vorstand in allen Ämtern neu besetzt .

Ebenfalls im Jahr 1994 wurde mit dem in Eigenregie durchgeführten Ausbau des Dachgeschosses des alten Feuerwehrgerätehauses ein erster- sehr kleiner aber feuerwehreigener Besprechungsraum geschaffen.

Der in der Ortsmitte gelegene Löschteich wurde im Rahmen einer dringend notwendig gewordenen Sanierung durch tatkräftige Unterstützung der Feuerwehr neu angelegt. In diesem Zusammenhang veranlassten die Führungskräfte der Feuerwehr, dass die aus Granit gemeißelte Vogeltränke, welche über Jahre hinweg das Eingangsportal des neuen Schulhauses zierte, an den neu gestalteten Löschteich verbracht wurde.


In Verbindung mit der daneben aufgestellten Handschwengelpumpe und einer Ruhebank, engagierte sich die Wehr einmal mehr für die Belange der Öffentlichkeit und das Gemeinwohl im Ort. Traditionsgemäß wird seitdem auch das "Weiherfest" - das damalige Einweihungsfest des neu angelegten Löschteiches - jährlich von der Feuerwehr veranstaltet.

Das im Jahr 1957 erbaute Feuerwehrgerätehaus an der Ortsstraße war in einen der Größe, des Einrichtungsstandards und des Bauzustandes nicht mehr zeitgemäßen und tragbaren Zustand geraten. Das gesamte Gebäude, einschließlich des angebauten Schlauchturmes war im laufe der Jahrzehnte sehr baufällig geworden, und entsprach in keinerlei Hinsicht mehr den Anforderungen. Ausserdem litten das Fahrzeug und die Ausrüstungsgegenstände unter den Lagerungsbedingungen im Gerätehaus. Eine Sanierung des Gebäudes war aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht zur Diskussion gestanden. So wurde in dieser Zeit in Verbindung mit der Weiternutzung des leerstehenden Schulgebäudes östlich der Pfarrkirche der Gedanke eines Vereinszentrums geboren, welcher auch die Unterbringung der Feuerwehr in diesem Gebäude vorsah. Ab März 1996 wurden die Ideen und Planungsvorschläge in die Tat umgesetzt, und die freiwillige Feuerwehr Pittersberg fand in dem mit viel Eigenleistung und Initiative realisiertem Vereinszentrum ab Mai 1997 ihr neues Zuhause.


Mit dem neuen Gerätehaus wurden somit die erforderlichen Bedingungen für den Start in das nächste Jahrtausend geschaffen. Der kontinuierlich verbesserte Ausbildungsstand, nicht zuletzt bedingt durch die optimalen Voraussetzungen an Räumlichkeiten und den neu angeschafften Ausrüstungsgegenständen zeigte sich in den folgenden Jahren besonders im Bereich der Motivation der Jugendfeuerwehr.
Bedingt durch die räumliche Nähe zu der mittlerweile vierspurig ausgebauten Bundesstraße 85, der Grenzöffnungen Richtung Osten und dem damit verbundenem kontinuierlich wachsendem Verkehrsaufkommen, verlagerten sich die Einsatzschwerpunkte der ursprünglich im Sinne einer Brandwehr 1889 gegründeten Ortsfeuerwehr zunehmend in Richtung der technischen Hilfeleistung.

Mit dem im Jahre 1986 angeschafften Tragkraftspritzenfahrzeug und seiner AusrÜstung konnte die Wehr diesen neuen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Insbesondere durch den Einsatz des Kommandanten wurde im Jahr 2003 die Anschaffung eines zeit- und einsatzgemäß ausgestatteten Löschgruppenfahrzeuges LF 10/6 realisiert. Im Jubiläumsjahr des 115- jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Pittersberg wurde im Mai 2004 die Fahrzeugweihe vollzogen.

Die freiwillige Feuerwehr trägt somit durch ihr traditionelles Engagement in vielen Bereichen zur kulturellen, gesellschaftlichen und sozialen Bereicherung und Förderung der ländlichen Dorfgemeinschaft bei. Trotz geänderter Rahmenbedingungen und ständig wachsenden Herausforderungen vor dem Hintergrund geringerer finanzieller und ehrenamtlicher Unterstützung in vielen Bereichen des modernen Vereinslebens hat sich die freiwillige Feuerwehr Pittersberg über 115 Jahre hinweg totzdem zum festen kulturellen Bestandteil unseres Dorfes entwickelt.
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